Berlakovich: Härtefallfonds für Land- und Forstwirtschaft

Unsere Vorschläge wurden angenommen - Flexiblere Regelungen für Zuverdienst und Mehrfachversicherte jetzt möglich.

Wir befinden uns vor den größten Herausforderungen seitdem 2. Weltkrieg. Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft und die Landwirtschaft enorm. Aus diesem Grund wurde für diese Bereiche der Härtefallfonds eingerichtet. Anfang der Woche wurde über die erste Phase berichtet, nun folgt die zweite Phase in der neben Voll-, auch Nebenerwerbsbetriebe unterstützt werden können und eine Mehrfachversicherung zulässig ist. Die Antragstellung erfolgt online über die eAMA.

„Der Härtefallfonds ist ein Sicherheitsnetz für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Die in ihrer Existenz bedrohten Bäuerinnen und Bauern brauchen rasch und unbürokratisch Hilfe. In der ersten Phase wurde daher eine Soforthilfe für kleine land- und forstwirtschaftliche Betriebe eingerichtet. Die Bundesregierung hat die Unterstützungsmaßnahmen nun erweitert. In der zweiten Phase des Härtefallfonds sind flexiblere Regelungen für Zuverdienst und Mehrfachversicherte möglich. So wird auch Nebenerwerbsbetrieben geholfen, die geringe Nebeneinkünfte haben und somit ein Härtefall sind. Ich freue mich, dass unsere Vorschläge übernommen wurden“, so LK-Präsident DI Nikolaus Berlakovich.

 

Die 2 Phasen des Härtefallfonds der Forst- und Landwirtschaft

Phase 1: Als erste Maßnahme wurde eine Möglichkeit für eine Soforthilfe für kleine land- und forstwirtschaftliche Betriebe geschaffen. Betroffene Land- und Forstwirte können seit Montag unkompliziert einen Antrag auf der Webseite der Agrarmarkt Austria stellen und bis EUR 1.000 Soforthilfe in Anspruch nehmen. Phase 1 des Härtefallfonds unterstützt Kleinstunternehmen in der Wirtschaft, aber auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die vor dem Aus stehen.

Phase 2: Betriebe können bei Nachweis eines Einkommensrückganges jeweils bis zu EUR 2.000 pro Monat für die nächsten drei Monate beantragen. Insgesamt stehen damit bis zu EUR 6.000 pro Betrieb zur Verfügung.

In Phase zwei ist NEU dass auch Nebenerwerbsbetriebe bis zu 9 Arbeitskräften und einem Umsatz bis zu EUR 2 Mio. unterstützt werden, weil Mehrfachversicherungen zulässig sind. Bisher konnten nur Vollerwerbsbetriebe auf den Fonds zugreifen.

Was müssen Betriebe nachweisen?

  • Einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.

  • Oder eine Kostenerhöhung um mindestens 50% zum Vergleichszeitraum des Vorjahres bei Fremdarbeitskräften.

Durch den Härtefallfonds können folgende Betriebe unterstützt werden:

  • Wein- und Mostbuschenschankbetriebe

  • Spezialkulturen im Wein-, Obst-, Garten- und Gemüsebau sowie Christbaumkulturen

  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof)

  • Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt, an die Gastronomie, Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten

  • Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (z. B. Schule am Bauernhof, Seminarbäuerinnen)

  • Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber nicht mehr abgeholt werden kann.

Wie wird unterstützt?

Die Antragstellung für Phase 1 läuft noch:

  • Einheitswert von bis zu EUR 10.000 - Zuschuss EUR 500

  • Einheitswert von mehr als EUR 10.000 - Zuschuss EUR 1.000

Die Phase 2 startet Mitte April:

  • Voll- und Nebenerwerbsbetriebe können auf den Fonds zugreifen.

  • Bis zu EUR 2.000 pro Monat Förderung (Deckelung). Nebeneinkünfte werden gegengerechnet

  • Insgesamt bis zu EUR 6.000 pro Betrieb (3 Monate á EUR 2.000 – gilt für Phase 1 und Phase 2 gemeinsam)

  • Diese Unterstützungen sind steuerfrei

Die Abwicklung für den Härtefallfonds der Land- und Forstwirtschaft wickelt die Agrarmarkt Austria (AMA) ab:

 Die Soforthilfe (Phase 1) kann seit Montag (30.3.2020, 8:00 Uhr) unter www.eama.at beantragt werden.

  • Die Phase 2 kann ab Mitte April auch über die Agrarmarkt Austria (AMA) auf www.eama.at beantragt werden. (Über den genauen Zeitpunkt werden wir gesondert informieren)

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