Berlakovich: Das Entlastungs- und Investitionspaket ist eine wichtige Absicherung in Zeiten des Klimawandels und Covid19

Köstinger: 400 Mio. Euro für Entlastung und Investitionen in Land- und Forstwirtschaft

Mit dem 400 Millionen Euro starken Investitions- und Entlastungspaket will die Bundesregierung neue Perspektiven für die heimische Land- und Forstwirtschaft schaffen. „Gerade in schwierigen Zeiten braucht es nachhaltige Unterstützung. Mit diesem Paket entlasten wir unsere bäuerlichen Betriebe und setzen wichtige Anreize für Investitionen in die Forstwirtschaft, um widerstandsfähige und gesunde Wälder aufzuforsten“, erläutert Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Im Paket enthalten sind mehrere steuerliche Entlastungsmaßnahmen für bäuerliche Betriebe, wie etwa die Angleichung der Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung, oder die Gewinnglättung, um schlechte Erntejahre auszugleichen. „In Summe sind es 22 Investitions- und steuerliche Entlastungsmaßnahmen. Damit haben wir in den vergangenen zwei Jahren 120 Mio. Euro an Entlastungsvolumen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe auf den Weg gebracht. Gleichzeitig investieren wir jetzt 350 Mio. Euro in die Zukunft unserer Wälder. Basis bildet das bereits im Nationalrat beschlossene Waldfondsgesetz“, so die Landwirtschaftsministerin.

Eine wichtige Entlastung wird auch der Kinderbonus für bäuerliche Familienbetriebe bringen. „Pro Kind beträgt dieser Bonus einmalig 360 Euro. Alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, die Familienbeihilfe beziehen, erhalten diesen Kinderbonus automatisch im September“, ergänzt Köstinger abschließend.

Moosbrugger: Entlastungs- und Investitionspaket – Basis für stärkere Marktorientierung

„Wie wichtig für die Gesellschaft eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln ist, hat die jüngste Krise vor Augen geführt. Doch diese Sicherheit ist nicht selbstverständlich: Die Klimaverschlechterung mit Dürre, Unwettern und Schädlingsinvasionen erschwert das Überleben der Höfe ebenso, wie die in der Corona-Zeit zusammengebrochenen Absatzmärkte. Damit aber die Landwirtschaft auch in Zukunft Lebensmittel, Erholung und Energie bereitstellen kann und die Klimaanlage Wald weiterhin funktioniert, hat die Bundesregierung mit Entlastungs- und Investitionspaket gegengesteuert. Unsere Bäuerinnen und Bauern wollen ihr Einkommen in erster Linie über die Märkte verdienen. Dazu brauchen sie jedoch Chancengleichheit, um mit Billigimporten, die zu unter weit niedrigeren Standards produziert worden sind, in Konkurrenz treten können. Daher fordern wir den Gesundheitsminister auf, endlich die im Regierungsübereinkommen vereinbarte Herkunftskennzeichung in der Gemeinschaftsverpflegung und bei Verarbeitungsprodukten umzusetzen. Denn Konsumenten können nur dann gezielt regionale Produkte wählen, wenn sie diese auch erkennen können“, erklärte Josef Moosbrugger, Präsident der LK Österreich.

Entlastung: Von Hagelversicherung bis Forst

„Konsumenten und Gäste wollen mehr regionale Lebensmittel, wie Umfragen und Kaufverhalten übereinstimmend zeigen. Daher müssen auch Bund, Länder und Gemeinden in der öffentlichen Beschaffung verstärkt auf regionale Herkünfte setzen. Die rechtliche Möglichkeit, den Best- und nicht den Billigstbieter auszuwählen, und ein erfreuliches Projekt mit Bundesländern gibt es bereits dazu“, ergänzte Moosbrugger. Und weiter: „Um der Gesellschaft all das liefern zu können, was sie von uns Bäuerinnen und Bauern wünscht, muss ein ganzes Bündel an Voraussetzungen stimmen: Die Entlastungs- und Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung, die von der verbesserten Risikovorsorge in der Hagelversicherung über Entlastungen im Bereich Steuern und Sozialversicherung bis hin zur Teilnahme an diversen Hilfs- und Härtefallfonds der Bundesregierung und zum Forstpaket reichen, sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Maßnahmenbündels. Ein weiterer sind eine klare Kennzeichnung der Herkünfte, um Konsumentinnen und Konsumenten Orientierung zu geben. Und schließlich muss die EU-Agrarpolitik die notwendigen inhaltlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für eine funktionierende Landwirtschaft schaffen. Letztlich geht es darum, den Bauernfamilien auf Dauer angemessene Einkommen zu ermöglichen, damit sie ihre Leistungen auch in Zukunft erbringen können“, so Moosbrugger abschließend.

„Das Entlastungs- und Investitionspaket für die Land- und Forstwirtschaft der Bundesregierung sichert die Existenz unserer Bauernfamilien. Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie und die extreme Trockenheit im Burgenland durch den Klimawandel belasten die heimische Landwirtschaft enorm. Laut der aktuellen Schätzung fällt im Burgenland die heurige Ernte unterdurchschnittlich, in manchen Regionen sogar stark unterdurchschnittlich aus. Bei vielen Standorten und Kulturen schätzen wir bis zu 35 Prozent weniger Ertrag, bis hin zum Totalausfall. Das beschlossene Entlastungspaket beinhaltet eine steuerliche Risikoausgleichsmaßnahme. Die Besteuerung des landwirtschaftlichen Einkommens erfolgt durch diese Gewinnglättung nicht mehr jahresweise, sondern auf Antrag über einen dreijährigen Durchrechnungszeitraum. Eine weitere Maßnahme, um unsere burgenländischen Bauernfamilien zu unterstützen, ist der Ausbau der Versicherung in Richtung Dürreschäden. Vor allem das Burgenland ist durch den Klimawandel und die enorme Trockenheit betroffen. Das alles soll unseren Bauern helfen und die existenzbedrohenden Schäden durch Wetterextreme abfedern“, so Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer Niki Berlakovich.

Berlakovich abschließend: „Das Forstpaket der Bundesregierung beinhaltet zehn Maßnahmen, die die österreichische Forstwirtschaft in Zukunft sichert. Eine davon ist die Holzbauoffensive. Holz ist ein wichtiger und nachhaltiger Baustoff, der CO2 speichert. Dieser soll in Zukunft vermehrt als Baustoff eingesetzt werden. Unsere burgenländischen Bauern haben das bereits frühzeitig erkannt. Sie binden den Baustoff Holz für die Errichtung und Ausstattung ihrer Betriebsstätten ein. Wir laden die öffentliche Hand und heimische Bauträger ein, vermehrt regionales Holz im Wohnbau oder für den Bau öffentlicher Gebäude einzusetzen. Das schafft Arbeitsplätze in der Region.“

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