Land kürzt Landwirtschaftskammer radikal - Beratungsleistung gefährdet!

Bis zu 50 Arbeitsplätze in der Kammer sind in Gefahr!

Laut Verfassung ist Landwirtschaft Landessache. Daher hat Jedes Bundesland mit seiner Landwirtschaftskammer eine Vereinbarung, wo die Beratung geregelt ist. Die Burgenländische Landwirtschaftskammer bekommt dabei am wenigsten. Pro Betrieb erhält die Burgenländische Landwirtschaftskammer 111 €. Damit ist das Burgenland Schlusslicht. Im Durchschnitt erhalten die Kammern 261 €.

 Der höchste Betrag, den eine Landwirtschaftskammer von „seinem Land“ erhält, liegt bei 365 €. Die Landwirtschaftskammer ist seit Jahren auf Sparkurs. Sie hat in den letzten Jahren 11 % weniger Mittel erhalten.

Kahlschlag im ländlichen Raum

Gestern hat ein erstes Gespräch mit Landesrätin Dunst stattgefunden. Über 1 Mio. €, das ist die Hälfte der Landesmittel, sollen gekürzt werden. Die Kürzung wird noch größer, weil dadurch auch weniger Bundesmittel ausgelöst werden können. In Summe beträgt sie nach derzeitigem Stand ein Minus von 1,7 Mio. €. Das ist ein massiver Einschnitt, ein Kahlschlag im ländlichen Raum.

„Wenn es zu diesen Kürzungen kommt, sind bis zu 50 Arbeitsplätze von qualifizierten Beratern und Fachkräften gefährdet. Dann können die hochqualifizierte Beratung und die Serviceleistungen nicht mehr aufrechterhalten werden,“ sagt Präsident Berlakovich.

Wer leidet darunter:

  1. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer

  2. Die Bäuerinnen und Bauern

  3. Die Burgenländerinnen und Burgenländer, die sich von gesunden regionalen Lebensmitteln ernähren wollen

Was ist betroffen von der Kürzung? Einige Beispiele:

Seminarbäuerinnen gefährdet – in vielen Veranstaltungen bringen sie den Konsumenten die Bedeutung gesunder Ernährung und regionaler Lebensmittel näher.

Schule am Bauernhof gefährdet - jährlich an die 8.000 Kinder über bäuerliche Landwirtschaft informiert.

Bauernläden, Bauernmärkte oder Direktvermarkter gefährdet – der Ausbau vielfältiger regionaler Lebensmittel ist gefährdet.

Aus- und Weiterbildung - 350 Kurse, wie gesunde Ernährung oder regionale Lebensmittel,  Facharbeiter- und Meisterkurse mit rund 100 Teilnehmern sind durch die Kürzungen ebenso gefährdet.

Sowie weitere Aktivitäten der Kammer zur Belebung des ländlichen Raums

Bekenntnis zur biologischen Landwirtschaft

„Die Burgenländische Landwirtschaftskammer steht dem Vorhaben den Bioanteil im Burgenland weiter zu steigern positiv gegenüber. Das Burgenland ist mit 31,8 % Bioanteil im Ackerland top in Österreich. Hier hat auch die Landwirtschaftskammer durch intensive Beratung einen wichtigen Beitrag geleistet. Was passiert aber mit den 80 % der Betriebe, die nicht bio sind? Wer berät diese Betriebe, wenn nur mehr Bioberatung erfolgen soll?“

Wer berät konventionelle Betriebe?

Präsident Berlakovich zeigt anhand von Beispielen die Problematik auf: „Was sagen wir beispielsweise einem Arbeiter aus dem Nordburgenland, der seinen Grund verpachten will und Beratung benötigt? Oder einer arbeitslosen Angestellten aus dem Südburgenland, die mit ihrem Obstgarten in die Direktvermarktung einsteigen will? – Wer steht in Zukunft diesen Betrieben mit Rat und Tat zur Seite?“

Verhandlungen gehen weiter

„Es wurden mit dem Land weitere Verhandlungen vereinbart. Das ist auch notwendig. Denn dieser Vorschlag der Landesregierung ist nicht akzeptabel. Er kostet Arbeitsplätze, die Qualität der Beratung nimmt ab und er ist schlecht für die burgenländische Landwirtschaft – und somit auch schlecht für das Burgenland“ so Berlakovich abschließend.

Wo bleibt die gute Zusammenarbeit?

„Bisher hat die Zusammenarbeit zwischen Land und Bund gut funktioniert. Das Ausrichten der Mittelkürzungen über die Medien und das Dulden dieser Vorgehensweise durch die zuständige Landesrätin Dunst ist befremdlich. Warum soll die erfolgreiche und positive Arbeit nicht weiter verfolgt werden,“ fragt sich Vizepräsident Falb-Meixner.

 

 Foto (Bgld. LK, Leitgeb): Präsident Berlakovich und Vizepräsident Falb-Meixner

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