GAP 2020+ - jetzt sind bäuerliche Praktiker gefragt

„Die Diskussion über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik 2020+ hat begonnen. Die EU-Kommission hat dazu einen öffentlichen Konsultationsprozess gestartet. Die Konsultation läuft bis zum 2. Mai 2017. Sie ermöglicht Landwirten, Bürgern, Organisationen und allen Interessierten, ihre Meinung zur Zukunft der GAP zu äußern. Der Bauernbund und die Landwirtschaftskammer haben Schwerpunkte erarbeitet. Wir werden im Rahmen der Befragung aktiv Vorschläge für die Neuausrichtung der europäischen Landwirtschaftspolitik für die Zeit nach 2020 machen“, erklärt Bauernbund-Landesobmann NR Niki Berlakovich im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit LK-Präsident Franz Stefan Hautzinger.

 

Die GAP wurde mehrfach reformiert, zuletzt 2013. Für Österreich hat Niki Berlakovich als damaliger Landwirtschaftsminister die Verhandlungen geführt. „Wir haben uns umfassend vorbereitet. Ziel war eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft mit einer ausreichenden Finanzmittelausstattung.  Beides konnten wir erreichen und somit eine solide Grundlage für die Bäuerinnen und Bauern schaffen. Diesen Weg gilt es bei den neuen Verhandlungen fortzusetzen“, resümiert Berlakovich.

Nachstehende Punkte haben bei den zukünftigen Verhandlungen für Bauernbund-Landesobmann Niki Berlakovich besondere Priorität:

Oberstes Ziel ist und bleibt eine produzierende Landwirtschaft mit ökologischer Verantwortung

  • Weiterhin eine Gemeinsame Europäische Agrarpolitik – Keine nationalen Alleingänge

  • Erhalt der 2 Säulen - Direktzahlungen und ländliche Entwicklung

  • Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Familienbetriebe im Lichte unruhigerer Märkte und steigender Auswirkungen des Klimawandels

  • Stärkung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette

  • Ausreichende Finanzmittel auf europäischer als auch auf nationaler Ebene

  • Vereinfachung des Systems – beraten statt strafen.

„Es ist notwendig und wichtig, dass die Bäuerinnen und Bauern ihre Vorstellungen und Wünsche direkt in Brüssel deponieren. Wenn sie nicht klar zum Ausdruck bringen, was sie wollen, droht die Gefahr, dass andere Interessensgruppierungen über sie bestimmen werden. Agrarpolitik wird zwar Großteils in Brüssel gemacht, aber sie soll eine österreichische Handschrift tragen“, betont Berlakovich. 

„Angesichts neuer großer Herausforderungen (zunehmende Unsicherheit auf den Märkten, fallende Preise) muss die Agrarpolitik weiter verbessert und vereinfacht werden. Im Mittelpunkt steht der bäuerliche Familienbetrieb. Unsere Bauern zeigen schon lange erfolgreich vor, wie eine produzierende Landwirtschaft mit ökologischer Verantwortung funktioniert und diesen Weg wollen wir innovativ weitergehen. Als Bauernbund werden wir uns jedenfalls mit ganzer Kraft bei den Verhandlungen einbringen, denn die Bäuerinnen und Bauern brauchen auch nach 2020 verlässliche und stabile Rahmenbedingungen“, sagt Niki Berlakovich abschließend.

Franz Stefan Hautzinger appelliert zur Teilnahme am Konsultationsprozess

„Die Ländliche Entwicklung ist das Herzstück der österreichischen Agrarpolitik. Das Programm unterstützt eine moderne, effizient und nachhaltig produzierende Landwirtschaft sowie die regionale Wirtschaft und Gemeinden und setzt soziale Akzente. Damit ist es der Wachstumsmotor für den ländlichen Raum. Die gegenwärtige Periode läuft noch bis zum Jahr 2020. Die kommende Periode der EU-Agrarpolitik dauert von 2021 bis 2027. Auch die neue Agrarpolitik der EU benötigt Lenkinstrumente, die bei einer Überproduktion ebenso wirken, wie bei durch Hagel, Frost, Dürre usw. hervorgerufene Missernten. Preisabstürze für die Bauern müssen ebenso verhindert werden wie durch Missernten verursachte rasant steigende Lebensmittelpreise. Die Bauern sollen in ihren Betrieben auch in Zukunft auf eine größtmögliche Planungssicherheit genauso vertrauen können, wie die Konsumenten auf qualitativ hochwertige Lebensmittel auf leistbarem Niveau. Die Gemeinsame Agrarpolitik 2021 bis 2027 muss daher weiterhin über zwei stabile Säulen mit flexiblen Instrumenten verfügen, die bei Krisenfällen verlässlich und zielsicher reagieren können“, sagt LK-Präsident Bezirksbauernratsobmann Franz Stefan Hautzinger.

„Unsere Landwirtschaft erbringt unersetzbare Leistungen, die der Markt nicht honoriert. Diese Leistungen für die Gesellschaft kann es nur geben, wenn sie gesondert abgegolten werden. Das sind etwa die Pflege und der Erhalt unserer Kulturlandschaft, die für einen florierenden Tourismus unverzichtbar sind. Auch der Bewahrung der Biodiversität ist ohne flächendeckende Landwirtschaft nicht möglich“, so Hautzinger weiter.

„EU-Agrarkommissar Hogan hat einen öffentlichen Konsultationsprozess für die Gemeinsame Agrarpolitik 2021 bis 2027 gestartet, der noch bis zum 2. Mai 2017 läuft. Für uns Bauern ist es wichtig, den Inhalt des ersten Kommissionsvorschlages aktiv mitzubestimmen“, appelliert Franz Stefan Hautzinger.

 

Weitere Information sowie der Fragebogen zur Konsultation finden Sie unter: https://ec.europa.eu/agriculture/consultations/cap-modernising/2017_de

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