Aktionstag für gesunde Lebensmittel

Unter dem Motto „Schützen wir unsere Erdäpfel - für Konsumenten und Bauern“, verteilten die burgenländischen Erdäpfelbauern am 29. April in der Eisenstädter Fußgängerzone symbolisch die letzten regionalen Erdäpfel. Mit der Aktion informieren die Bauern die Konsumenten über den drohenden Versorgungsengpass, bedingt durch Dürre und Drahtwurm.

Im Rahmen des Aktionstages wurden die Konsumentinnen und Konsumenten über die Wichtigkeit der Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln informiert. Durch den Aktionstag für gesunde Lebensmittel wurden die Konsumenten eingeladen, verstärkt zu regionalen Produkten zu greifen.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern decken den Tisch der Menschen mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Klimawandel, Dürre und Schädlingsbefall stellen eine Gefahr für die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln dar. Die Versorgungsknappheit mit heimischen Erdäpfeln zeigt die Gefahr der Abhängigkeit von Lebensmittel aus dem Ausland“, so Präsident Dipl.-Ing. Berlakovich anlässlich der Verteilaktion in Eisenstadt.Aufgrund des Versorgungsengpasses werden vermehrt Erdäpfel aus Ägypten, Frankreich und Zypern zum Verkauf angeboten.

„Um die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln zu gewährleisten, brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern wirksame Instrumentarien wie z.B. effektive Bewässerungssysteme. Aber auch die Forschung ist hier gefordert, alternative Wirkstoffe zum Schutz der heimischen Kulturen zu entwickeln“ betont Präsident Berlakovich.

Erdäpfelbauer Josef Dorner aus Markt Sankt Martin im Mittelburgenland nimmt am Aktionstag teil. So sehr er auch zukünftige Maßnahmen wie eine moderne Bewässerung unterstützt, braucht er auch Sofortmaßnahmen: „Durch die schlechten Gegebenheiten letzten Jahres, konnte ich durch zielgerichtete Maßnahmen einem Ernteausfall entgegenwirken. Hätte ich dieses nicht eingesetzt, könnte ich meinen Betrieb nicht wirtschaftlich führen.“ Dorner spricht damit den Drahtwurm an, der wie die Dürre für einen jeweils 20 %igen Ernteausfall gesorgt hat.

Im gesamten Burgenland bauen 330 Bauern 1.200 Hektar Erdäpfel an. 2018 wurden im Burgenland aufgrund der Dürre mit rund 36.300 Tonnen Erdäpfel 20 % weniger geerntet. Zusätzlich waren 20 % aufgrund des Drahtwurms unverkäuflich. In Österreich wurden im letzten Jahr 130.000 Tonnen Erdäpfel vernichtet. Diese Menge könnte 2,4 Millionen Menschen ein Jahr lang mit Erdäpfeln versorgen.


Foto (© Hettlinger/Bgld. Landwirtschaftskammer): Verteilten in der FUZO in Eisenstadt die letzten regionalen Erdäpfel.

v.l.n.r.: Josef Dorner (Erdäpfelbauer aus Markt Stankt Martin), Dir. Josef Prantl,  Kammerrat Georg Menitz, Präsident Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich, Kammerdirektor Prof. Dipl.-Ing. Otto Prieler, Bgm. Anton Wiedenhofer (Erdäpfelbauer aus Draßmarkt), Kammerrat Andrea Tobler, Lukas Scheiblhofer (Erdäpfelbauer aus Andau)

Zurück